Das Instrument

Das Tafelklavier des Städtischen Museums Schopfheim gelangte 1956 als Schenkung der Schopfheimer Ehrenbürgerin Anna Kym-Krafft in den Bestand des Museums. Es wurde 1799 von Johann Jacob Brosy in Basel gebaut und verfügt es über einen Tonumfang von fünf Oktaven. Drei Kniehebel an der Unterseite des Instruments ermöglichen, die Dämpfer vollständig oder partiell zu heben oder auch eine Leiste zur Klangmodulation einzuschalten. 

Die spezielle Bauart mit horizotal und quer zur Tastatur laufenden Saiten sowie der Ausstattung mit einer einfachen Hammermechanik war ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bekannt und stellt einen direkten Vorläufer des heutigen Klaviers dar.

Die rechteckige Gehäuseform wurde bereits bei Tasteninstrumenten der Barockzeit, beispielsweise dem Clavichord, angewandt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren Tafelklaviere sehr populär, kamen jedoch durch die Entwicklung  senkrecht bespannter Klaviere aus der Mode.

Zum Lemma Brosy macht Denzil Wraight in Igor Kipnis „The Harpsicord and the Clavichord - An Enzyclopedia“ (2013 :44) folgende Angaben:
Schweizer Familie von Tasteninstrumentenbauern, in Basel beheimatet. Peter Friedrich Brosy (auch Brosi; 1700 - 1764) war der einzige Orgelbauer in Basel in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sein Sohn Johann Jacob Brosy (ca. 1750 - ca. 1815) baute ebenfalls Orgeln und Cembali. Nach dem Tod des Vaters wurde Johann Jacob auf Staatskosten ausgebildet, möglicherweise bei Johann Heinrich Silbermann in Strasbourg, da die örtlichen Instrumente unterhalten werden mussten. Drei Instrumente sind bekannt.
(Original in Englisch, Übersetzung P. Geisler)